TIPPS FÜR DAS VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Das Vorstellungsgespräch
Sie haben Ihre Bewerbungsunterlagen abgeschickt und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. So weit, so gut. Da man vor einem Vorstellungsgespräch immer etwas nervös ist, ist es am besten sich gut darauf vorzubereiten. Die ersten ein bis zwei Minuten sind bekanntlich die entscheidenden. Ein starker Händedruck und Blickkontakt sind wichtig. Die meisten Personalverantwortlichen gewinnen früh einen Eindruck von einer Person und sind während des eigentlichen Gesprächs bemüht, diesen Eindruck zu verstärken. Pünktlichkeit, ein gepflegtes Äußeres und ein der Firma angemessenes Verhalten sind essenziell. 

Für beide Seiten ist es Ziel des Vorstellungsgesprächs, Informationen zu sammeln. Ist man zu nervös, kann dies dem Informationsaustausch im Wege stehen. Ein erfahrener Gesprächspartner ist sich dieser Nervosität bewusst und wird sich nach einem kurzen Smalltalk zunächst vorstellen, um Ihnen die Nervosität zu nehmen.

Das Ziel des Gesprächs ist es, den positiven Eindruck, den Ihr Lebenslauf hinterlassen hat, im Vorstellungsgespräch zu bestärken. Sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass Sie eingeladen wurde und sich für Sie Zeit genommen wurde, um Sie kennenzulernen. Machen Sie sich das bewusst, treten Sie selbstsicher auf, und konzentrieren Sie sich darauf, was Sie für das Unternehmen attraktiv macht. Eine gute Vorbereitung ermöglicht außerdem ein Gespräch über wichtige Firmenfakten und über die eigene Person.

Unser Leitfaden soll Ihnen bei Ihrer Vorbereitung helfen, damit Sie selbstsicher in jedes Vorstellungsgespräch gehen. 

Vorbereitung ist alles
Ganz häufig werden in einem Vorstellungsgespräch einige allgemeine Fragen gestellt. Dem Kandidaten soll die Nervosität genommen werden. Ein erster Eindruck wird gewonnen.

Über Ihre Person
Obwohl dies kaum zu glauben ist, scheitern viele Kandidaten daran, dass Sie ihren Lebenslauf nicht wirklich kennen. Lernen Sie Ihren Lebenslauf bis ins Detail auswendig. Zu jedem Detail können Sie befragt werden.

Was machen Sie beruflich?
Ihren Aufgabenbereich zu kennen, ist oberstes Gebot. Nur dann können Sie genau auf die ausgeschriebene Stelle eingehen. Ihr Gesprächspartner will verstehen, ob Sie in die Rolle passen. Am besten finden Sie einen Leitfaden von Ihrem Lebenslauf zu der ausgeschriebenen Stelle.

Das Unternehmen?
Man erwartet von Ihnen, dass Sie das Unternehmen kennen, bei dem Sie sich bewerben. Versuchen Sie so viel wie möglich über die Firma und die Branche herauszufinden. Dies wird Ihnen ermöglichen im Verlauf des Gesprächs so ruhig wie möglich zu bleiben. Wo finden Sie diese Information? Die Recherche beginnt mit der Website der Firma, geht aber weit darüber hinaus. Zeitungsartikel, Zeitschriften und Broschüren mit Informationen über die Aktivitäten der Firma sind eine gute Quelle. Fragen Sie im Voraus, wer Ihr Gesprächspartner sein wird, und Sie können sich zuvor das jeweilige Profil im Internet anschauen.

Am Tag des Vorstellungsgesprächs
Ihre Einstellung ist wichtig. Sie sollten positiv, ruhig und dynamisch sein. Lächeln Sie von Zeit zu Zeit. Erinnern Sie sich, wie wichtig es ist, die richtig Atmosphäre für den Verlauf des Gesprächs durch einen guten ersten Eindruck zu schaffen. Der Ausdruck ihres gesamten Körpers zählt. Auch wenn Sie nervös sind, versuchen Sie sich nicht zu hektisch zu bewegen und zeigen Sie sich interessiert und enthusiastisch. Da Ihr Gesprächspartner in erster Linie sehen möchte, ob Sie gut zum Unternehmen passen, ist es außerdem wichtig, dass Sie sich bis zu einem gewissen Grad selbst treu bleiben.

Persönliche Vorstellungsgespräche sind schwierig, da die Körpersprache oft zu Missverständnissen führen kann. Telefongespräche sind nicht unbedingt einfacher. Sie haben weniger Möglichkeiten, den Gesprächspartner von sich zu überzeugen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stimme – am Telefon zählt diese am meisten. Nicht nur was Sie sagen, sondern auch wie Sie es sagen ist ausschlaggebend. Durch den Ton und Rhythmus Ihrer Stimme können Sie bestimmte Punkte unterstreichen. Benutzen Sie diese Technik, um Interesse zu zeigen. Haben Sie sich je die Frage gestellt, warum Radiomoderatoren so lebendig und glücklich klingen? Man kann ihnen ein Lächeln im Gesicht anhören. Versuchen Sie dies und Sie werden feststellen, dass es wirklich funktioniert. Darüber hinaus können Sie sich auf das Vorstellungsgespräch einstellen, indem Sie sich passend anziehen. Sie werden am Telefon anders klingen und aufmerksamer erscheinen, als würden Sie zu Hause in Jeans sitzen.

Schließlich sollten Sie Dokumente, die Sie eventuell im Verlauf des Telefongesprächs brauchen, vorbereiten. Sie sollten ebenfalls eine Zeit wählen, in der Sie nicht gestört werden und frei sprechen können.

Fragen und Antworten
Obwohl Vorstellungsgespräche nicht immer einem bestimmten Format folgen, können Sie davon ausgehen, dass gewisse Fragen immer gestellt werden. Wir haben die Top-Vorstellungsfragen hier für Sie aufgelistet. Die Antworten sind lediglich als Beispiel angeführt, um Ihnen eine Idee zu geben, was erwartet wird. Denken Sie daran, Ihre Antworten so weit wie möglich zu personifizieren. Die Schwierigkeit bei diesen häufig gestellten Fragen ist, keine Allgemeinantworten zu geben – versuchen Sie nicht in diese Falle zu tappen. Scheuen Sie stattdessen nicht davor zurück bei schwierigen Fragen etwas länger zu überlegen. Wenn die Dauer angemessen ist, wird dies eher als Hinweis auf Selbstvertrauen und auf einen analytischen Verstand gesehen. Im Allgemeinen gilt: Jedes Vorstellungsgespräch ist eine Chance, sich selbst darzustellen.

Erzählen Sie mir von Ihren Qualifikationen und Ihren wichtigsten Errungenschaften.
Ein typischer Gesprächsöffner. Denken Sie daran, dass der erste Eindruck zählt und den Ton des weiteren Vorstellungsgesprächs prägt. Versuchen Sie aber nicht länger als fünf Minuten zu sprechen. Beginnen Sie mit Ihren Qualifikationen und erläutern Sie dann die Positionen, in denen Sie gearbeitet haben. Halten Sie sich an Ihren Lebenslauf, um eine gewisse Struktur zu schaffen und dem Gesprächspartner Meilensteine zu bieten.

Warum gerade dieser Job? Warum suchen Sie eine Veränderung?
Während ihrer Antwort auf diese Frage wird der Personalverantwortliche ganz genau hinhören. Betonen Sie die positiven Fakten Ihrer neuen Rolle. Vermeiden Sie zu jeder Zeit negative Äußerungen über Ihre alte Position. Erklären Sie, wie die Position, auf die Sie sich bewerben, im Einklang mit Ihrer beruflichen Laufbahn und Ihrer Vision für die Zukunft steht. Damit teilen Sie mit, dass Ihr Jobwechsel intrinsisch motiviert ist und nicht als Flucht vor Ihrem alten Arbeitgeber verstanden werden soll.

Erzählen Sie mir von Ihren Qualifikationen und wichtigsten Erfahrungen.
Dies ist Ihre Chance, um zu zeigen, dass Sie sich Gedanken gemacht haben. Sprechen Sie über Insiderwissen, das Sie sich angeeignet haben: Produkte des Unternehmens, Firmenleitlinien, Pläne und Werte. Verwenden Sie diese Kenntnisse, um zu erläutern, warum Sie die Position anstreben, und, noch viel wichtiger, warum diese Stelle genau zu Ihrem Karriereweg passt. Stellen Sie zusätzlich Parallelen zwischen den Werten und Produkten des Unternehmens und Ihrem Lebenslauf her. Sie sollten versuchen Ihren Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass diese Position für Sie der logische nächste Schritt ist.

Was sind Ihre Stärken?
Versuchen Sie drei Ihrer Stärken hervorzuheben, die Sie für die Position einzigartig machen. Beschreiben Sie, wie das Unternehmen von Ihren Stärken profitieren kann. Informieren Sie sich anhand der Stellenausschreibung, welche Anforderungen bestehen, und versuchen Sie Ihre Stärken auf diese auszurichten.

Was sind Ihre Schwächen?
Auch hier wird empfohlen, drei Schwächen vorzubereiten. Der Trick ist es, Beispiele zu geben, um zu zeigen, dass Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind und mit Ihnen umgehen können. Erklären Sie zum Beispiel, dass es Ihnen schwerfällt Vorträge vor einer großen Gruppe zu halten; weisen Sie aber im gleichen Atemzug darauf hin, dass Sie Seminare besuchen, um diese Hürde zu überwinden. Dies demonstriert Initiative und Engagement, um Dinge zu verbessern.

Was sind die Unterschiede zwischen Ihrer aktuellen Position und der ausgeschriebenen Stelle?
Bei dieser Frage schlagen wir vor, sich auf Gemeinsamkeiten statt Unterschiede zu konzentrieren. Der Personalverantwortliche wird Ihre Erfahrung in diesen Situationen erkennen.

Sie haben noch keine Arbeitserfahrung in diesem Bereich. Wie werden Sie dies meistern?
Ein Ansatz für diese Frage wäre beispielsweise, Ihr starkes Interesse an diesem Bereich hervorzuheben. Erklären Sie, wie Ihre starke Anpassungsfähigkeit Ihnen geholfen hat, mit schwierigen und unbekannten Situationen umzugehen.

Wie sieht Ihre ideale Rolle aus?
Idealerweise beschreiben Sie an diesem Punkt die Stelle, für die Sie sich bewerben. Schauen Sie sich die Stellenbeschreibung vorher genau an, um zu sehen, was Sie verwenden sollten. Nennen Sie Tätigkeiten, die zeigen, wie interessiert und fleißig Sie sind. Beispiele dafür sind interessante Karrieremöglichkeiten, eine gute Teamatmosphäre, anspruchsvolle Projekte und die Möglichkeit zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Wie gehen Sie mit Kritik um?
Skizzieren Sie, dass Kritik (oder Feedback, um einen positiveren Begriff zu verwenden) Ihnen hilft sich zu verbessern. Feedback ist generell ein sehr nützliches Werkzeug in der internen Firmenkommunikation, um Arbeitseffizienz, Fähigkeiten und die allgemeine Entwicklung zu bewerten und zu analysieren. Achten Sie darauf, eine bestimmte Situation zu erwähnen, in der Sie Feedback bekommen haben, und wie Sie daraus einen Nutzen gezogen haben. 

Können Sie Initiative zeigen?
Beschreiben Sie ein Beispiel einer Situation, in der sich eine Gelegenheit bot, Eigeninitiative zu zeigen, und Sie diese ergriffen haben. Vorzugsweise sollte dies in einem anderen Bereich als in Ihrer aktuellen Rolle sein.

Was motiviert Sie?
Hier ist Ihre Chance zu erklären, warum Sie diese Position besetzen wollen. Hier sollten Sie neue Fähigkeiten, gute Kollegen, Berufsaussichten, weitere Erfahrungen, den neuen Bereich etc. erwähnen.

Können Sie unter Druck arbeiten?
Der Personalverantwortliche weiß, dass es in jedem Bereich Druck gibt. Interessant ist es, wie Sie auf Druck reagieren. Versuchen Sie, ein konkretes Beispiel zu finden, so kann sich der Gesprächspartner besser in die Situation einfühlen.

Was sind Ihre beruflichen Ziele?
Kommentieren Sie jedes Ihrer Ziele, welche auch interessant für das Unternehmen sein könnten.

Was interessiert Sie außerhalb der Arbeit?
Seien Sie strategisch: Erwähnen Sie Interessen, die für die neue Rolle nützlich sein können. Beachten Sie, dass der Gesprächspartner mit dieser Frage herausfinden will, ob Sie zum Beispiel für eine Führungsposition geeignet sind.

Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
Auch hier kann eine gute Vorbereitung helfen. Sie sollten wissen, wie hoch das Durchschnittsgehalt für die ausgeschriebene Rolle ist. Denken Sie an Ihr aktuelles Gehalt und seien Sie sich bewusst, dass das Unternehmen die Gehaltsstruktur der Konkurrenz kennt. Seien Sie realistisch und bereit Ihre hohen Erwartungen zu klären. Gründe können sein: neu erworbene Fähigkeiten, die Steuersätze in den einzelnen Ländern oder etwas Ähnliches.

Welche Referenzen haben Sie?
Versuchen Sie, Referenzen mitzubringen, die Ihr Engagement und Ihre Fähigkeit, die Rolle erfolgreich auszuüben, widerspiegeln.

Arbeiten Sie lieber im Team oder alleine?
Ihr zukünftiger Arbeitgeber will wissen, ob Sie in die Unternehmenskultur passen. Beschreiben Sie beide Situationen und wählen Sie spezifische Beispiele für Ihre Teamarbeit und Ihr alleiniges Arbeiten.

Wo sehen Sie sich in zwei oder fünf Jahren?
Geben Sie Ihrem Gesprächspartner eine kurze Beschreibung Ihrer Zukunftspläne. Unterscheiden Sie zwischen kurzfristigen und langfristigen Zielen. Erklären Sie, welche Schritte Sie bereits gemacht haben und welche Schritte folgen, um diese Ziele zu erreichen. Auch hier wird Ihnen Ihr Wissen über das Unternehmen nützlich sein – so können Sie Ihre persönlichen Ziele mit den Unternehmenszielen in Einklang bringen. Ihr Gesprächspartner wird Parallelen zwischen Ihnen und der Organisation sehen.

Warum sollte man Sie einstellen?
Eine gute, letzte Chance, um Ihre Eigenpräsentation abzuschließen. Weisen Sie auf Ihre Besonderheiten hin. Betonen Sie die Parallelen zwischen Ihrem Profil, der Rolle und der Unternehmenskultur.  Beschreiben Sie, wie Sie in das Unternehmen passen würden und wie das Unternehmen durch Sie profitieren wird. Warum sollten Sie ausgewählt werden? Stellen Sie sich den Verkauf eines wertvollen Produkts vor. Fassen Sie Ihre Fähigkeiten und Erfolge zusammen, indem Sie Parallelen zwischen Lebenslauf und ausgeschriebener Rolle ziehen.

Berücksichtigen Sie Folgendes:
Ein Vorstellungsgespräch ist nicht nur da, um Fragen zu beantworten. Die meisten Personalverantwortlichen geben Ihnen am Ende auch die Möglichkeit, selber Fragen zu stellen und das Unternehmen sowie die Position besser kennenzulernen. Fragen Sie, was Ihnen wichtig ist, und kombinieren Sie wenn möglich Ihr Interesse an dem Unternehmen mit dem Interesse an der neuen Herausforderung.

Beispielfragen für Sie

  • Wie groß ist das Team?
  • Wie ist die Unternehmenskultur?
  • Gibt es irgendwelche Pläne für eine Firmenerweiterung?
  • Was ist das Beste an der Arbeit im Unternehmen?
  • Warum arbeiten Sie für das Unternehmen?
  • Welche Erwartungen haben Sie an mich in der Firma?
  • Können Sie mir mehr über das Karrierepotenzial sagen?

Kandidaten, die für eine Vertriebsposition interviewt werden, sollten das Vorstellungsgespräch mit folgenden Sätzen beenden:

  • Was sind die nächsten Schritte?
  • Wann werde ich Feedback zu meinem Vorstellungsgespräch erhalten?
  • Haben Sie irgendwelche Zweifel im Hinblick auf meine Bewerbung?
  • Wie ist mein Profil im Vergleich mit anderen Kandidaten? 
 

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